Agility Obedience VPG THS

Vielseitigkeitsprüfung
für Gebrauchshunde

Die Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde besteht aus drei Teilen:

Abteilung A - Fährte

Bei der Fährtenarbeit muss der Hund an einer 10 m-Leine eine vom Hundeführer (in höheren Stufen von einer fremden Person) gelegte Spur verfolgen, die über Winkel verläuft. Diese Spur verläuft über verschiedenes Gelände wie Wiese, Acker, Wege und es liegen auf der Fährte Gegenstände des Hundeführers (bei der VPG I) bzw. fremden Personen (bei der VPG II und III). Diese muss der Hund "verweisen", z. B. durch Aufnehmen oder indem er sich davor hinlegt. Für Hunde, die an der Nasenarbeit besonders gefallen finden, gibt es auch reine Fährtenhund-Prüfungen.

Abteilung B - Unterordnung

In der Unterordnung müssen Herr und Hund gemäß einem Schema die Übungen "Fuß" (Foto links) mit und ohne Leine in verschiedenen Laufgeschwindigkeiten, "Sitz!", "Platz!" aus der Bewegung, "Hier!" und Abliegen zeigen. Während dieser Übungen wird ein Unempfindlichkeits-Test auf Geräusche in Form von zwei Schüssen gemacht. Weiterhin muss ein Bringholz auf "flachem Boden" (Foto rechts) und über eine Hürde apportiert werden und "Voraus!" gezeigt werden. In den höheren Stufen der VPG kommen noch weitere Übungen wie "Steh!" und Apportieren über die Kletterwand dazu.

Abteilung C - Schutzdienst

In der Abteilung C geht es um eine inszenierte Suche nach dem Schutzdiensthelfer mit Nachlaufen, Stellen und Verbellen, Festhalten am Ärmel und Abführen, ab der Stufe VPG II beinhaltet die Prüfung auch das sog. Revieren. Über den Beutetrieb ausgebildet ist es für den Hund ein Spiel um die Beute "Hetzarm", den es in Zusammenarbeit mit seinem Hundeführer zu finden und zu erkämpfen gilt.

Mir ist bewusst, dass die Ausbildung in der Abteilung C (früher Schutzdienst) in falschen Händen und mit falschen Methoden ein Risiko in sich birgt; sowohl für den Hund, der womöglich Misshandlungen über sich ergehen lassen muss, als auch für den Menschen, der von einem solchermaßen geschädigten Hund womöglich ernsthaft angegriffen wird. Bei sorgfältigem und gewissenhaftem Umgang dient der Schutzdienst jedoch nicht zum Scharfmachen des Hundes, sondern stellt im wesentlichen ein Beute- und Zerrspiel dar, dass dem Hund sehr viel Freude machen kann, ohne dass sich daraus Gefahren entwickeln.

Damit Sie sich ein Bild davon machen können, wie die Ausbildung richtig abläuft, und Sie beurteilen können, wenn Sie sich für diese Sportart interessieren und einen Hundeplatz für sich und Ihren OES suchen, ob dieser Verein auch so ausbildet, dass es Ihrem OES Spaß macht, möchte ich im folgenden kurz erläutern, auf was Sie achten sollten.

Vorneweg muss ich jedoch noch kurz einschieben, dass der Bobtail im Vielseitigkeitssport ein Exote - ein "Ärmellutscher" - ist, und auch bleiben wird, denn er hat nicht die Triebigkeit wie zum Beispiel viele Dt. oder Belgische Schäferhunde. Wenn Sie im Gebrauchshundesport viele Wettkämpfe gehen wollen und dazu noch immer auf den ersten Plätzen, dann sollten Sie diesen Sport mit einem Hund anderer Rasse machen. Wenn Sie einen Schutzhund brauchen, weil Sie sich sonst auf der Straße fürchten, dann sind Sie auf dem Hundesportplatz völlig falsch, zumal die Reizschwelle des Hundes beim Training stark heraufgesetzt wird, so dass er bei einem tatsächlichem, wirklichem Angriff weniger reagieren wird. Wenn Sie jedoch diesen Sport aus Spaß an der Freud betreiben, und Ihr OES es mit der gleichen Freude tut, dann lassen Sie sich den Spaß daran nicht verderben.

Richtig betrieben ist die Arbeit in der Abteilung C - wie schon gesagt - im wesentlichen eine Art Beute- und Zerrspiel. Das ganze Bestreben des Hundes liegt darin, sein Spielzeug zu bekommen! Und dieses heißbegehrte Spielzeug ist der Schutzarm des Schutzdiensthelfers, auch Scheintäter genannt. Um diesen Ärmel wird mit dem Helfer - nach den Regeln, die der Hundeführer vorgibt - "gekämpft". Im Training darf der Hund nach gewonnenem Spiel den Ärmel tragen (Bild rechts); das bedeutet für ihn, der Arm ist erst einmal gesichert, der Helfer ohne Arm ist unwichtig. Die Schutzbekleidung des Helfers dient vor allem als Kratzschutz. Bei ordnungsgemäßer Ausbildung beißt der Hund nur in den Arm, um ganz genau zu sein - in den Schutzärmel.

Läuft in dem von Ihnen ausgewählten Verein das Training auf dieser Basis ab, sind das gute Zeichen; weiterhin sollte die Vorgehensweise immer auf das jeweilige Mensch-Hund-Team abgestimmt sein. Dass ein Hund, mit dem man diesen Sport betreiben möchte, sozial- und umweltsicher sein muss, setzte ich als selbstverständlich voraus. Abraten kann ich Ihnen nur von Hundeplätzen, auf denen über den Wehr- und Selbsterhaltungstrieb gearbeitet wird, d. h. der Hund wird so lange gereizt, bis er sich wehrt, weil er um seine eigene Haut fürchtet; ebenso von Plätzen, die mit Stachelhalsband und Teletakt (diese Reizstromgeräte sind auf VdH-Hundeplätzen verboten!) arbeiten.

 


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